Union streitet über „Spurwechsel“ in der Asylpolitik

Daniel Günther, CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, fordert einen „Spurwechsel“ in der Asylpolitik. „Ich würde mir eine klare Regelung wünschen, die integrierten und auf dem Arbeitsmarkt benötigten Asylbewerbern den Wechsel in ein reguläres Zuwanderungsverfahren ermöglicht“, so Günther. Gleichzeitig plädiert er für großzügige Regelungen beim geplanten Einwanderungsgesetz: „Wenn jemand eine gute Ausbildung hat und mit wenigen Zusatzqualifikationen hier auch arbeiten darf, würde mir das als Voraussetzung genügen.“ Die CSU kritisiert den Vorschlag: „Abgelehnten Asylbewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, lehne ich ab. Das könnte dazu führen, Deutschland attraktiver für illegale Zuwanderung zu machen“, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Ähnlich argumentiert der Fraktionsvorsitzende der Union, Volker Kauder. Würde diese Möglichkeit eines „Spurwechsels“ ausgeweitet, dann „wäre das ein Anreiz für die Migration einzig aus wirtschaftlichen Gründen“. Zustimmung erhält Günther nicht nur aus der SPD und der FDP, sondern auch von den Arbeitgebern. Für Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer soll niemand nach einer dreijährigen dualen Ausbildung und nach weiteren zwei Jahren Tätigkeit als Facharbeiter abgeschoben werden. „Denn das sind genau die Fachkräfte, die wir so dringend brauchen, und sie haben bereits unter Beweis gestellt, dass sie ihren Beitrag für diese Gesellschaft leisten.“ Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Achim Dercks, unterstützt die Forderung nach einem Spurwechsel: „Nur inländische Arbeitskräfte reichen nicht mehr aus, um die vielen offenen Stellen zu besetzen.“

Studie: Immer mehr Staus in deutschen Städten

Die deutschen Autofahrer verbringen in den Großstädten immer mehr Zeit im Stau – in den Stoßzeiten im Schnitt 30 Stunden Jahr 2017. Nach dem INRIX 2017 Traffic Scorecard ist München Spitzenreiter mit 51 Stunden (nach 47 Stunden im Jahr 2016), gefolgt von Hamburg und Berlin mit jeweils 44 Stunden pro Jahr. 2016 waren es in Hamburg noch 39 Stunden und in Berlin 38 Stunden. Der Studie zufolge entstehen in Deutschland dadurch Kosten in Höhe von 80 Milliarden Euro u.a. durch Verschwendung von Zeit und Benzin.

Umfrage: CSU fällt auf 37% – Grüne steigen auf 17%

Die CSU verliert immer mehr in der Wählergunst. Nach der neuesten Umfrage des Forsa-Instituts wollen nur noch 37% der CSU ihre Stimme geben. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass die CSU nach der kommenden Landtagswahl im Herbst auf einen Koalitionspartner angewiesen sein wird. Die Freien Wähler liegen stabil bei 8%, die Grünen steigen auf 17% und die SPD verharrt bei 12%. Die AfD kommt auf 13%, FDP und Linke kämpfen mit 5% bzw. 4% mit der 5%-Klausel.

documenta 14: Ermittlungsverfahren gegen Annette Kulenkampff eingestellt

Die Kasseler Staatsanwaltschaft hat ihr Ermittlungsverfahren gegen die ehemalige Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Annette Kulenkampff, eingestellt. „Mit der Entscheidung ist nun der Weg frei für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft der documenta. Es war und ist mir nicht zuletzt ein wichtiges Anliegen, Schaden von der documenta abzuwenden. Der documenta gelingt es alle fünf Jahre, mehr Menschen aus aller Welt mit aktuellen Positionen der Kunst zu erreichen als jede andere internationale Kunstausstellung. Für die documenta 14 war hierzu das ebenso mutige wie riskante Konzept zweier gleichberechtigter Ausstellungsorte in Kassel und Athen gewählt worden“, so Kulenkampff. „Den Künstlerinnen und Künstlern ist mit der documenta 14 etwas Großartiges gelungen.“

Junge Kasselänerin Judith Caspari übernimmt Hauptrolle bei ANASTASIA

Judith Caspari, Hauptdarstellerin im neuen Musical „Anastasia – Das Broadway Musical“

Eine einfühlsame Geschichte, aufwändige Kostüme und eingehende Musik – damit begeistert ANASTASIA bisher das Publikum am Broadway. Im Herbst feiert die Produktion Deutschlandpremiere im Stage Palladium Theater. Die Zuschauer können sich auf eine spannende und emotionale Reise freuen. Wer die Hauptfigur spielt, hat Stage Entertainment heute bekanntgegeben: Die aus Kassel stammende Judith Caspari verkörpert die Titelrolle. Judith Caspari ist Absolventin der Folkwang Universität der Künste in Essen. Die 24-jährige Sopranistin steht seit mehreren Jahren immer wieder in Kassel auf der Bühne, sei es im Staatstheater in der Produktion „The Sound Of Music“ oder in Sonderkonzertreihen wie „Queen in Concert“. Zuletzt spielte sie am Staatstheater Kassel die Titelrolle der Maria im Musical „West Side Story“. Warum ihre Vorfreude auf die Hauptrolle gerade bei dieser Produktion besonders groß ist, schildert Caspari anhand ihrer eigenen Kindheitserinnerung: „Als junges Mädchen habe ich ständig die Kassetten mit der Musik des Zeichentrickfilms gehört. Und jetzt singe ich bald selbst bei der Deutschlandpremiere von ANASTASIA die wundervollen Lieder – das ist sehr aufregend!“ Die Rolle reizt sie, weil es nicht um eine klassische Prinzessinnengeschichte geht, sondern um eine noch junge Frau, die sich auf die Suche nach ihrer Identität machen muss. Der Weg ist mühsam, doch sie kämpft sich mutig durch emotionale Höhen und Tiefen. Judith ist selbst noch jung, sie suche im Prinzip auch noch nach ihrem Weg in und durch die Bühnenwelt. „Von daher gibt es eine gewisse Parallele zwischen Anya, wie meine Hauptrolle im Stück heißt, und mir.“ Genau solch eine natürliche und authentische Hauptdarstellerin hat die Castingabteilung gesucht und in Judith Caspari entdeckt, wie Castingdirektor Ralf Schädler beschreibt: „Uns ging es um eine Persönlichkeit, die für die Zuschauer so interessant ist, dass sie mit dieser Person einen ganzen Abend verbringen möchten.“ Denn im Vergleich zu einigen anderen Musicals ist die Hauptrolle bei ANASTASIA besonders stark gefordert. Sie führt das Publikum durch fast jede Szene. Das Casting glich der berühmten Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. So viele Darsteller hatten sich bei noch keiner anderen Produktion beworben. Jürgen Marx, Stage Entertainment Area Director Süd/West, freut sich über den gelungenen Auftakt: „Judith Caspari hat uns mit ihrer ganz persönlichen Art eingestimmt auf die sowohl berührende als auch spannende Geschichte, die das Stuttgarter Publikum erwarten darf.“
Bild: Stage Entertainment / Jan Potente

Komparsen für Kinofilm „Die WOLF-GÄNG“ gesucht

Im September und Oktober 2018 wird der Jugendroman Besteller des Fantasy Meisters Wolfgang Hohlbein, „DIE WOLF-GÄNG“, vor allem in Marburg und Alsfeld gedreht. Mit dabei ist auch Schauspieler Rick Kavanian (»Der Schuh des Manitu«, »Traumschiff Surprise«). Die Macher von Kinohits wie FACK JU GÖHTE, DIE WELLE oder WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER, die Rat Pack Filmproduktion, suchen für den Film ca. 1000 Frauen, Männer und Kinder im Alter von 9 – 99 Jahren, die als magische Wesen oder normale Bürger mit Zauberkräften Kinoluft schnuppern und als Komparsen live und direkt dabei zu sein, wenn ein Kinofilm entsteht. Der Film erzählt die Geschichte von einem Vampir, der kein Blut sehen kann, einem Werwolf mit Tierhaarallergie und einer Fee, die das Fliegen nicht so sehr mag. Gesucht werden Kinder und Erwachsene für Einsätze mit und ohne Text im Hintergrund als Kleindarsteller oder Komparse. Gedreht wird im September und Oktober 2018 in Marburg, Alsfeld, Hanau und Büdingen. Die Filmemacher veranstalten für alle Interessierte zwei offene Castings und freuen sich über jede / jeden Einzelnen, der kommt. Eine Voranmeldung für das Casting ist nicht nötig. Es dauert ca. 30 Minuten und es muss nichts mitgebracht werden.
1. Casting:
11.08.18 
Zeitraum: 11:00 – 17:00 Uhr 
Ort: Martin-Luther-Schule | Cafeteria, Savignystraße 2, 35037 Marburg
2. Casting:
12.08.18 
Zeitraum: 11:00 – 17:00 Uhr
Ort: Stadthalle Alsfeld (linker Saal), Jahnstraße 14, 36304 Alsfeld
Wer keine Zeit hat, zu einem der beiden Live Castings zu kommen, kann sich online bewerben und ein Foto von sich hochladen unter: www.komparsen.film
Bild: Credits (c) Jens Koch

 

PETA-Brandbrief an Agrarministerin Hinz wegen Tiertransporten in Nicht-EU-Staaten: „Helfen Sie den Amtstierärzten!“

Bedrohungen, Personalmangel, Handlungsunfähigkeit: Der Tierschutz auf Tiertransporten in Nicht-EU-Staaten ist für deutsche Amtsveterinäre nicht überprüfbar. Diese Bankrotterklärung gab der Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte, Dr. Holger Vogel, im Juni in einer Anhörung dem Agrarausschuss des Deutschen Bundestages, so die Tierschutzorganisation PETA in einem Brief an die Hessische Agrarministerin Hinz sowie die Landtagsfraktionen. Nicht nur fehlten bundesweit rund 2.000 beamtete Tierärzte, es sei auch nicht möglich, für die Prüfung notwendige Auskünfte aus dem Ausland zeitnah einzuholen. Zudem seien Amtsveterinäre immer häufiger Gewalt und Bedrohungen durch Tierhalter ausgesetzt. PETA fordert deshalb Agrarministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) und die hessischen Landtagsfraktionen auf, den Tierärzten den Rücken zu stärken. Es soll auf Landesebene eine Weisung erlassen werden, die den Beamten verbiete, Lebendtransporte in Drittstaaten zu genehmigen. „Auf tagelangen Todesfahrten leiden Tiere immense Qualen – sie verdursten in sengender Hitze, fügen sich aus Verzweiflung gegenseitig Wunden zu und werden schließlich häufig betäubungslos getötet. Das muss schleunigst gestoppt werden“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Weder die Amtsveterinäre noch die Tiere können auf eine neue europäische Lösung warten, sie brauchen Hilfe – jetzt!“ Eine EU-weit verbindliche Verordnung von 2005 erlaube es Amtstierärzten heute schon, Transporte nicht zu genehmigen, bei denen keine Transportpläne mit „wirklichkeitsnahen Angaben“ vorgelegt werden. Denn: Meist genehmigen die Veterinäre Anträge der Transportfirmen, obwohl Vorschriften zur Begrenzung der Transportdauer, zur Futteraufnahme und zum Ruhen an Abladestationen, zu Platz-, Wasser- und Futtermittelangebot sowie Minimal- und Maximaltemperaturen nicht eingehalten oder sichergestellt werden können. Gerade in den heißen Sommermonaten dürfte das nahezu alle Lebendtiertransporte in Nicht-EU-Staaten betreffen. PETA ermutige die Tierärzte daher, trotz ihrer schwierigen Situation aktiv Rückhalt bei Vorgesetzten und Politikern einzufordern. Bestehende Vorschriften sollen sie im Sinne des Vorsorgeprinzips zugunsten der Tiere, nicht zugunsten der Profitinteressen der Agrarindustrie auslegen und anwenden. In Hessen befinden sich mit der ZVE Zuchtvieh-Export-GmbH in Lohfelden und der Thomas Pfanzelt Viehhandel GmbH in Spangenberg zwei der bundesweit größten Tiertransportunternehmen. In weiteren Briefen bittet PETA Landräte und die zuständigen Veterinärämter eindringlich, besonders diese Transporteure im Blick zu haben und Ausfuhren in Drittstaaten nicht zu genehmigen. Die Probleme bei den Tiertransporten seien längst bekannt. Verantwortliche Politiker, insbesondere Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), blieben jedoch untätig und verwiesen auf die Europapolitik. Auch ohne die schrecklichen Zustände auf den Transporten leiden die Tiere in der Ernährungsindustrie. Ihr meist kurzes Leben verbringen sie in der Regel in riesigen, überfüllten Ställen ohne Freilauf. Jedes Jahr werden Millionen Rinder und Schweine in deutschen Schlachthäusern getötet. Viele von ihnen sind dabei nicht ausreichend betäubt. PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für Fleisch, Milch oder Eier ausgebeutet zu werden. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelinge der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht.
Bild: PETA

Aiwanger: Kinderwunsch darf nicht an Betreuungskosten scheitern!

Die FREIEN WÄHLER fordern eine bundesweite kostenfreie Kinderbetreuung. Hohe Elternbeiträge stellen besonders in einkommensschwachen Familien eine große Hürde für den Besuch einer Kita oder Tagespflegestätte dar und belasten die Familienkasse massiv. „Ein Kinderwunsch darf nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein!“ so Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der FREIEN WÄHLER. Unter anderem in Bayern und Hessen haben sich die FREIEN WÄHLER schon mit Kampagnen für eine Abschaffung der Kinderbetreuungskosten eingesetzt. Damit diese Entlastung der Eltern deutschlandweit erfolgen kann, müssen auch von Bundesseite aus mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, um gemeinsam mit den Bundesländern die Beitragsfreiheit zu erreichen, fordern die FREIEN WÄHLER. Nach den Zahlen der Bertelsmann Stiftung wenden Eltern in Schleswig-Holstein durchschnittlich 8,9 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kita auf, während Familien in Berlin schon vor der jetzt angekündigten Abschaffung weniger als zwei Prozent zahlen mussten. „Auch in Städten wie München bewegen sich die monatlichen Gebühren nicht selten bei 500-1000 Euro im Monat. Das ist ein politischer Skandal. Wir müssen Familien durch die Abschaffung der Betreuungskosten endlich nachhaltig entlasten“, so Aiwanger. Neben einer Verbesserung der Qualität, einem verbesserten Betreuungsschlüssel und einer stärkeren Qualifizierung der Erzieher/innen in der Kinderbetreuung muss deshalb die Beitragsfreiheit nächstes Ziel einer besseren Familienförderung auf Bundesebene sein.
Foto: Freie Wähler Bundesvereinigung

 

Umfrage: CSU stagniert bei 39% – Freie Wähler stabil bei 8%

Die CSU ist auch nach der neuesten Umfrage von GMS weit von der Verteidigung der absoluten Mehrheit bei der bayerischen Landtagswahl im kommenden Herbst entfernt. Mit 39% wäre sie auf einen Koalitionspartner angewiesen. Zweitstärkste Kraft sind die Grünen mit 14% vor der AfD mit 13%, die damit auf mehr Zustimmung kommen als die SPD mit 12%. 8% erreichen die Freien Wähler und 6% die FDP. Die Linken werden nach dieser Umfrage mit 3% nicht im Landtag vertreten sein.

BGH stärkt offenes W-LAN

In einem Grundsatzurteil hat der Bundesgerichtshof die Rechtsstellung von Anbietern offener Internetzugängen deutlich gestärkt. Diese haften nach der seit dem 13. Oktober 2017 geltenden Neufassung des § 8 Abs. 1 Satz 2 des Telemediengesetzes (TMG) nicht mehr als Störer für von Dritten über deren Internetanschlüsse im Wege des Filesharings begangene Urheberrechtsverletzungen auf Schadensersatz, Beseitigung oder Unterlassung. In Betracht komme, so der BGH, lediglich ein Sperranspruch des Rechtsinhabers gemäß § 7 Abs. 4 TMG nF.