Neuer documenta-Geschäftsführer: „Bin gut darin, Dinge zu verkaufen, die eigentlich keiner braucht.“

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die documenta einen neuen Geschäftsführer gefunden zu haben scheint. Dabei soll es sich um den Musikmanager Wolfgang Orthmayr handeln, der bereits für Sony-Music für einen Musical-Produzenten gearbeitet hat. Bei seiner Vorstellung in Kassel soll er der Süddeutschen zufolge gesagt haben, er sei „gut darin, Dinge zu verkaufen, die eigentlich keiner braucht“. Dies hat die Verantwortlichen offenbar überzeugt. Die Neubesetzung der Geschäftsführerstelle ist erforderlich, weil die bisherige Geschäftsführerin Annette Kulenkampff nach einem Millionen-Defizit der documenta 14, das ihr angelastet wird, zum 01. Juni 2018 aus dem Amt ausscheidet.

Die PARTEI Kassel stellt Kandidaten für die Landtagswahl 2018 auf

v.l.n.r.: Falko Görres, Ingo Schneider, Sören Magerkort, Paul Schon, Jennifer Leitz, Dominic Harapat, Johannes Jakobi, Robert Kubitschek.

v.l.n.r.: Johannes Jakobi (1. Vorsitzender), Jennifer Leitz (Schatzmeisterin), Robert Kubitschek (2. Vorsitzender)

Mit dem 28-jährigen Doktoranden Sören Magerkort (Wahlkreis Kassel I) und dem 21-jährigen Studenten Paul Schon (Wahlkreis Kassel II) hat die PARTEI Kassel ihre Kandidaten für die Landtagswahl aufgestellt. Schon hatte im Mai des vergangenen Jahres bereits 0,98% bei der Landtagswahl im Rhein-Sieg-Kreis III erlangt, Magerkort begibt sich erstmalig in die Politik. „Unser Ziel ist es, in einem erfolgreichen Bundesland zu leben. Mein Ziel ist es, Hann. Münden zu annektieren, damit Hessen sich endlich Bratwurstweltmeister nennen kann“, so Magerkort. Die PARTEI ist eine Satire-Partei, die im Jahr 2004 vom ehemaligen Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn gegründet wurde. Seit der Europawahl 2014 sitzt Sonneborn im Europäischen Parlament. Neben der Nominierung für die Landtagswahl wählte die Partei auch einen neuen Vorstand. Die Führung übernehmen nun Johannes Jakobi (19 Jahre, 1. Vorsitzender), Robert Kubitschek (25 Jahre, 2. Vorsitzender) und Jennifer Leitz (29 Jahre, Schatzmeisterin). Bei der Bundestagswahl 2017 konnte PARTEI-Kandidat Jan Schuster 1,3% erringen. Mit der knappen Verfehlung seines Ziels von 100% trat der sympathische Student jedoch im Anschluss zurück.

Freie Wähler Kassel nominieren Kandidaten für Landtagswahl

Vera Gleuel (2.v.l.) und Christian Klobuczynski (links) mit dem Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger (2.v.r.) und dem Landesvorsitzenden Engin Eroglu (rechts)

Mit Vera Gleuel und Christian Klobuczynski haben die Kasseler Freien Wähler ihre Kandidaten für die Wahl zum 20. Hessischen Landtag am 28. Oktober 2018 gewählt. Im Wahlkreis 3 (Kassel-Stadt I – West) wird der 51jährige Sozialwissenschaftler Christian Klobuczynski ins Rennen gehen. Den Bürgern der Stadt ist Klobuczynski durch seine Vorträge und Projekte zu sozialhistorischen Themen und als ehrenamtlicher Stadtrat bereits bekannt. Für die Freien Wähler Hessen sitzt er auch im Hauptausschuss des Hessischen Städtetages und als ehrenamtlicher Kreisgeschäftsführer in Kassel unterstützt er die Arbeit der Landesgeschäftsstelle bei den nordhessischen Kreisvereinigungen. Im Wahlkreis 4 (Kassel-Stadt II – Ost) wird die 67jährige Hauswirtschaftsleiterin Vera Gleuel antreten. Sie ist als Stadtverordnete und Mitglied des Kasseler Kochclubs aktiv. Seit dem 01. März ist sie auch Fraktionsvorsitzende der Fraktion Freie Wähler und Piraten im Kasseler Rathaus. Die Freien Wähler sind in Hessens Kommunen mit vielen Mandatsträgern vertreten und werden in fast allen hessischen Wahlkreisen zur Wahl stehen. Nach dem Grundsatz „Politik ist für den Menschen da!“ werden sie für eine generationsübergreifende Familienpolitik, für mehr Bürgerbeteiligung, eine bessere medizinische Versorgung und mehr Infrastruktur, besonders auf dem Land, eintreten, so Klobuczynski.

 

Kassel: Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat findet statt

Trotz der Absage der Stadt Kassel findet die Gedenkveranstaltung für das NSU-Opfer Halit Yozgat am 6. April 2018, 15:30 Uhr, Halitplatz, statt. Hierauf weisen die Veranstalter in ihrem Aufruf hin. Gleichzeitig kritisieren sie den Rückzug der Stadt als beschämend und nicht hinnehmbar. Oberbürgermeister Christian Geselle hatte für die Stadt die Teilnahme „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt. Die Polizei sieht keine konkrete Gefahr. Sie sieht sich in der Lage, die Gedenkveranstaltung zu schützen, so die Veranstalter. Sie rufen die zivilgesellschaftlichen Gruppen in Kassel auf, sich an der Gedenkveranstaltung zu beteiligen und damit ein wichtiges sozial-politisches Zeichen zu setzen.

 

Kassel: VVN-BdA verurteilt Brandanschlag auf Yunus Emre Moschee

Mit Abscheu und Entsetzen hat die Kasseler Kreisvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) auf den Brandanschlag auf die Kasseler Yunus Emre Moschee reagiert. „Es kann in keiner Weise akzeptiert werden, dass Gotteshäuser – egal welcher Religion – Zielscheiben rassistischer oder politischer Auseinandersetzungen werden“, so Dr. Ulrich Schneider, Vorsitzender der Kreisvereinigung. „Genauso wie wir alle Formen von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit verurteilen, wenden wir uns gegen die zunehmenden Anzeichen von Anti-Islamismus in unserem Land. Dies sind Formen von Rassismus und Intoleranz, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen.“  Selbst die berechtigte Kritik an der völkerrechtswidrigen Kriegspolitik der türkischen Regierung gegen die kurdische Bevölkerung im eigenen Land und in Syrien rechtfertige nicht, mit Brandanschlägen auf türkische religiöse Einrichtungen in unserem Land zu reagieren.
Die VVN-BdA versichere den türkischen Mitbürgern in unserer Stadt und allen Menschen aus anderen Ländern ihre volle Solidarität gegen rassistische und fremdenfeindliche Angriffe. „Wir treten ein für Toleranz und aktive Friedenspolitik – das ist das Vermächtnis der Überlebenden des menschenverachtenden deutschen Faschismus“, so Schneider.

Houellebecqs Unterwerfung als Satire – Staatstheater Kassel inszeniert umstrittenen Roman des französischen Intellektuellen

Was passiert, wenn die links- und rechtsdemokratischen Parteien zur Verhinderung der Machtübernahme der Rechtspopulisten sich auf einen Moslembruder als Regierungschef verständigen? Im Theater gibt es keine Stühle mehr – jedenfalls nicht für die Männer. Nach der Hälfte des Stückes werden die Frauen von den Schauspielern auf ihre Sitzplätze geführt. Und die Männer? Auf die Bühne – als lebende Beispiele für einsame, orientierungslose, vom Humanismus geschwächte, im Grunde ihres Herzens das Patriarchat sich zurückwünschende und die Polygamie anstrebende Kreaturen. Die deshalb anfällig sind für den Islam. Der verspricht, was das weibliche Christentum ihnen versagt: drei Ehefrauen, die ihn abends unterwürfig empfangen – in Reizwäsche und nicht im Jogginganzug. Die Rückkehr also der natürlichen Ordnung. Houellebecq bedient in seinem Roman sämtliche Vorurteile gegenüber dem Islam. Und dem Christentum. Und dem Humanismus. Gustav Rueb überzeichnet sie noch einmal in seiner Inszenierung. Mit welchem Ziel? Dem aufgeklärten Christen blutet am Ende das Herz. Viel Beifall vom sehr jungen Publikum. Es wurden sechs Vorhänge gezählt. Weitere Vorstellungen am 29.03.18, 06.04.18, 14.04.18, 19.04.18, 11.05.18, 17.06.18, 24.06.18, jeweils 20.15 im tif.

Kulturhauptstadt: Geteiltes Echo der Kasseler Fraktionen

Das Scheitern der Kasseler Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt ist auf ein geteiltes Echo bei den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung gestoßen. Während die SPD die Entscheidung der hauptamtlichen Dezernenten begrüßte, die Bewerbung nicht weiter zu verfolgen, kritisierten  CDU, Grüne, Linke, Freien Wähler und Piraten insbesondere das Entscheidungsverfahren. Die SPD stimme mit dem hauptamtlichen Magistrat darin überein, dass „eine breit in der Kasseler Stadtgesellschaft getragene Aufbruchsstimmung bezüglich der Bewerbung zur Kulturhauptstadt nicht spürbar ist und der finanzielle Rahmen unsere Möglichkeiten bei weitem übertrifft“, so Dr. Günther Schnell und Wolfgang Decker in einer gemeinsamen Erklärung. Der grüne Koalitionspartner der SPD kritisiert das Verfahren der Entscheidung. „Die Entscheidung, ob sich Kassel als Kulturhauptstadt bewerben soll oder nicht, hätte die grüne Fraktion gerne gemeinsam mit den Kulturschaffenden als Teil des Beteiligungsprozesses getroffen. Den Zeitpunkt halten wir deshalb für zu früh“, so deren kulturpolitische Sprecher Gernot Rönz. Ähnlich äußerte sich die CDU. „Vor dem Hintergrund, dass noch letzte Woche Stadtverordnetenversammlung, Kulturausschuss und Kulturkommission tagten und ein Workshop mit Kulturschaffenden stattgefunden hat, ist das ein folgenreicher Paukenschlag“, formuliert Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Als einen „Schnellschuss von Seiten der Dezernenten ohne Rückkopplung in die Gremien, eine richtige Entscheidung, nur auf dem falschen Weg“, bewertet die kulturpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Stephanie Schury, das Vorgehen des hauptamtlichen Magistrats. „Das Scheitern der Kulturhauptstadtbewerbung liegt auch darin begründet, dass die Bürger nicht von Anfang an stärker in den Bewerbungsprozess einbezogen worden sind“, kommentierte der kulturpolitische Sprecher der Fraktion Freie Wähler und Piraten, Dr. Bernd Hoppe, die Entscheidung. Seine Fraktion habe gefordert, dass bereits zu Beginn des Prozesses ein Bürgerentscheid über die Bewerbung als Kulturhauptstadt durchgeführt werde. „Dies hätte zur einer breiten Diskussion und Beteiligung in der Stadtgesellschaft geführt. Zudem hätte man am Ergebnis des Bürgerentscheides erkennen können, ob ein ausreichendes Interesse und eine ausreichende Zustimmung für diesen Bewerbungsprozess unter den Bürgern bestehen.“

 

Kassel will nicht mehr Kulturhauptstadt werden

Kassel will die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2015 nicht weiter verfolgen. Dies teilten die hauptamtlichen Dezernenten in einem gemeinsamen Brief mit. Ausschlaggebend sind wohl finanzielle Gründe. 70 Millionen Euro seien allein für das operative Budget erforderlich, so die Verfasser, hinzu kämen 150 bis 200 Millionen Euro an investiven Kosten. Auch wenn Fördermittel zu erwarten seien, sei dies ein erheblicher finanzieller Aufwand für den städtischen Haushalt. Die hauptamtlichen Dezernenten seien deshalb davon überzeugt, dass die Mittel für direkte Investitionen in die kulturelle Infrastruktur einen größeren Mehrwert erbringen. Am 27. April 2018 wird es eine Bürgerversammlung zum Thema geben. Hier der Brief im Wortlaut: Ziele der Kasseler Kulturpolitik

Fraktionsmittel: HNA hat keine Zeit für Recherche

„Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass die HNA erhebliche Vorwürfe gegen meine Fraktion und mich als Person ohne ausreichende Recherche erhebt“, so der Stadtverordnete Dr. Bernd Hoppe. HNA-Redakteur Andreas Hermann habe ihn angerufen und mitgeteilt, er wolle über Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung der Fraktionsmittel der Fraktion Freie Wähler und Piraten berichten. Trotz mehrfacher Nachfrage wollte Hermann weder den Namen seines angeblichen Informanten nennen noch sagen, welche konkrete Zahlung der Fraktion er denn beanstandet. Auch ein Schriftstück, aus denen sich Unregelmäßigkeiten ergeben könnten, läge ihm nicht vor. Daraufhin sei Hermann angeboten worden, so Hoppe, Einsicht in die Unterlagen der Fraktion zu nehmen, insbesondere in den Schriftverkehr der Fraktion mit dem Revisionsamt der Stadt Kassel, das die Mittelverwendung der Fraktionen überprüft. Dies lehnte Hermann ab mit dem Hinweis, dafür habe er keine Zeit. Aus den Unterlagen hätte der Journalist erkennen können, dass die Vorwürfe haltlos sind. HNA-Lokalchef Thonicke und HNA-Redakteurin Pflüger-Scherb standen wegen ihrer Berichterstattung bereits unter Anklage vor dem Kasseler Amtsgericht. Wegen ihrer fortgesetzten wahrheitswidrigen Berichterstattung haben verschiedene Mitarbeiter der HNA, darunter auch Hermann, insgesamt 19 Abmahnungen von Hoppe erhalten. Die Auflage der HNA ist wegen der zunehmenden Boulevardisierung im Sinkflug.

Hoppe weist haltlose Vorwürfe zurück

Dr. Bernd Hoppe weist den erhobenen Vorwurf, die Mittel der Fraktion Freie Wähler und Piraten seien im Jahr 2016 nicht ordnungsgemäß verwendet worden, als haltlos zurück. „Für jede Zahlung gibt es einen Beleg und eine ausreichende Rechtsgrundlage“, so Hoppe. Keine der Zahlungen seien vom Revisionsamt der Stadt Kassel, das die Verwendung der Mittel überprüft, beanstandet worden. Die Fraktion hat mittlerweile den Verwendungsnachweis für die Fraktionsmittel auf ihrer Web-Seite veröffentlicht.