documenta-Defizit: Geselle und Hilgen lehnen Verantwortung ab

Nach dem amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden der documenta gGmbH, Oberbürgermeister Christian Geselle, hat nun auch sein Vorgänger im Amt, Bertram Hilgen, jede Verantwortung für das aufgelaufene Defizit abgelehnt. Geselle hat stets betont, dass er erst am 22. Juli 2017 das Amt von Hilgen übernommen hat und erst Ende August 2017 über „drohende finanzielle Engpässe“ informiert worden sei. Hilgen hat sich nun in einem Interview mit dem Extra Tip geäußert und den Vorwurf, er habe in seinen letzten Amtstagen die Zügel schleifen lassen, zurückgewiesen. Noch am 12. Juni 2017 seien ihm von der Geschäftsführung Zahlen präsentiert worden, nach denen die documenta 14 mit einer schwarzen Null abschließen werde.

Digitalisierung der Kasseler Schulen: Weitere 14 Millionen erforderlich

Für den Ausbau der Digitalisierung der Kasseler Schulen sind weitere Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro erforderlich. Dabei entfallen 7,5 Millionen Euro auf die Vernetzung innerhalb der Schulen und 6,5 Millionen für die Herstellung eines eigenen Netzes. Dies gab der stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamtes, Bernd Heger, im Schulausschuss auf eine Anfrage bekannt. Der Bund will insgesamt fünf Milliarden Euro im Rahmen eines Digitalpaktes mit den Ländern den etwa 40.000 Schulen in Deutschland zum Ausbau der Digitalisierung zur Verfügung stellen. Ob diese Mittel einmal in Kassel ankommen werden, ist allerdings unklar. Bisher ist dies lediglich eine Absichtserklärung der Bundesbildungsministerin Wanka (CDU). Im Bundeshaushalt sind diese Mittel bisher nicht enthalten.

Hälfte der Kasseler Schulkinder hat Karies

Etwa die Hälfte der Kasseler Kinder hat bei ihrer Einschulung Karies. Dies teilte die Leiterin des Kasseler Gesundheitsamtes, Frau Dr. Karin Müller, auf eine Anfrage über den Gesundheitszustand der Kasseler Kinder im Schulausschuss mit. Der Gesundheitszustand insgesamt sei jedoch nicht alarmierend. Bei den Mädchen sei er ein wenig besser als bei den Jungen. Bei Kindern mit Migrationshintergrund lasse sich im Schnitt ein etwas schlechterer Gesundheitszustand feststellen. Dies gelte auch für die allgemeine Sprachkompetenz. Die mitgeteilten Daten beruhen auf der Auswertung der Gesundheitsuntersuchung bei der Einschulung, der sich jedes Kind unterziehen muss.

documenta: Kasseler Linke gegen Vorverurteilung

Die Kasseler Linke spricht sich im Hinblick auf documenta-Defizit gegen eine Vorverurteilung aus und wendet sich gegen Versuche, „die aufgetretenen finanziellen Probleme zu benutzen, um auf die kritischen Inhalte der d14 drauf zu schlagen“. Die Weltkunstausstellung documenta 14 sei nicht als eine Wohlfühlausstellung konzipiert worden, „sondern setzte sich mit Krieg und Rassismus, mit Ausbeutung und Unterdrückung im globalen Zusammenhang auseinander, mit deren Ursachen und Auswirkungen. Der gleichzeitig damit verbundene Perspektivwechsel betont auch unsere Verstrickungen in der Geschichte und in der Gegenwart und das gefällt nicht allen. Stichwort Rüstungsindustrie, KMW und Flüchtlingsströme“, so Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer, Stadträtin der Kasseler Linken. Erst nach der Prüfung der finanziellen Abläufe werde man darüber entscheiden können, „ob bei dem von allen Zuständigen genehmigten Konzept der d14 mit der Ausweitung an den Standort Athen fahrlässig mit den Geldern umgegangen wurde oder nicht und wer dann dafür verantwortlich wäre“, betont Lutz Getzschmann, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken.

Hier geht es zur vollständigen Erklärung der Kasseler Linken: https://kasseler-linke.de/pressemitteilungen/1405-gegen-vorverurteilungen-der-documenta-14

 

 

Tag der Erde wieder ohne Bratwurst?

Nachdem bereits der Tag der Erde im Jahr 2017 – trotz heftiger Proteste – ohne Bratwurst-Angebot stattfinden musste, strebt der Ortsbeirat Nord-Holland auf Initiative der dortigen SPD-Fraktion einen vegetarischen Tag der Erde im Jahr 2018 an. Dies gab der SPD-Ortsverein Nord-Holland auf seiner Facebook-Seite bekannt. Am 22.04.2018 findet der Tag der Erde im Stadtteil Nord-Holland statt.

Bargeldboten: documenta-Geschäftsführerin wies vor Monaten auf Notwendigkeit hin

Bereits im Februar 2017 wies die documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff im Kulturausschuss des Stadtparlaments auf die Folgen der griechischen Finanzkrise für die Organisation der Ausstellung in Athen hin. Normaler Zahlungsverkehr war nicht möglich, weil man in Athen lediglich 120,- € pro Woche an Bargeld vom Bankkonto abheben durfte. Deshalb verlangten die Lieferanten Barzahlung und das Bargeld wurde von Kassel aus durch Boten nach Athen gebracht.

Hier geht es zum Bericht aus dem Kulturausschuss: https://freiewaehler-und-piraten.de/2017/02/15/notizen-aus-dem-kulturausschuss/#more-550

documenta-Defizit bei 8 Millionen

Die Stadt Kassel und das Land Hessen wollen jeweils eine Ausfallbürgschaft in Höhe von bis zu 4 Millionen Euro zugunsten der documenta gGmbH übernehmen. Damit soll ein Kredit der Gesellschaft in Höhe von 8 Millionen Euro abgesichert werden, der zur Finanzierung des Kapitalmehrbedarfs des Ausstellungsetats der documenta 14 aufgenommen werden soll. Die Ausfallbürgschaft für Kassel muss das Stadtparlament beschließen, das am 25. September 2017 tagen wird.

documenta-Defizit: Stadtparlament will am 25.09.2017 über Bürgschaft beschließen

Das Kasseler Stadtparlament wird auf seiner nächsten Sitzung am 25.09.2017 über die Übernahme einer Bürgschaft für die documenta-gGmbH beschließen. Die aktuelle Ausstellung soll mit einem Defizit schließen. Sie wurde von mehr als einer Millionen Menschen besucht – so viel wie nie zuvor – und fand in Athen und Kassel statt. Mit 163 Ausstellungstagen war sie länger als jede ihrer Vorgängerinnen zu sehen.

Branner-Brücke doch umbenannt?

Brücke am Rondell. So ist es jetzt auf zwei Schildern der (ehemaligen?) Branner-Brücke zu lesen. Haben die Stadtväter doch ein einsehen? Die beiden Ortsbeiräte, die die Brücke verbindet, hatten einstimmig beschlossen, diese wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit des ehemaligen Oberbürgermeisters Karl Branner in Brücke am Rondell umzubenennen. Zuletzt hatte das Stadtparlament noch einen Antrag auf Umbenennung der Freien Wähler und Piraten mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und AfD abgelehnt.