Obelisk: Magistrat ignoriert Beschluss der Stadtverordneten – Obelisk bleibt vorerst auf Königsplatz

In der Auseinandersetzung um den Verbleib des documenta-Obelisken von Olu Oguibe ignoriert der Kasseler Magistrat den Beschluss der Mehrheit von SPD, CDU und AfD, das Kunstwerk bis zum 31.07.2018 vom Königsplatz zu entfernen, wenn nicht bis zum 30.06.2018 eine Einigung mit dem Künstler erzielt wird. Bei den Fristen handele es sich lediglich um eine Bitte der Stadtverordneten, so ein Sprecher der Stadt. Nach den Sommerferien seien Gespräche mit dem Künstler geplant. SPD-Fraktionschef Schnell hatte im Juni noch erklärt, dass „der Obelisk am bisherigen Standort abgebaut werden muss, wenn bis Ende des Monats keine Einigung zwischen dem Magistrat und dem Künstler über die Ankaufssumme und den Kompromissvorschlag zum Standort am Holländischen Platz erzielt wird.“ Oguibe vergleicht sein Kunstwerk mittlerweile mit einem Flüchtling: Über sein Schicksal wird von der Obrigkeit entschieden.

Obelisk: Olu Oguibe macht Kompromissvorschlag

Der Künstler des documenta-Obelisken, Olu Oguibe, hat einen Kompromissvorschlag für den Verbleib des Kunstwerkes in Kassel gemacht. Er schlägt vor, den Obelisken am neu zu errichtenden documenta-Institut aufzustellen. Bis zur Fertigstellung des Instituts am Holländischen Platz soll der Obelisk auf dem Königsplatz verbleiben. Bisher hatte der Künstler verlangt, dass der Obelisk auf dem Königsplatz verbleiben muss. Dafür zeichnete sich jedoch keine politische Mehrheit hat. Den Kompromissvorschlag Oguibes nennt Kulturdezernentin Völker weit reichend.

Obelisk soll auf Königsplatz bleiben

Der Obelisk von Olu Oguibe wird vorerst auf dem Königsplatz bleiben. Diese teilte der Künstler auf seiner Facebook-Seite mit. „Wie die Dinge stehen, gibt es mehr Hoffnung, dass die Arbeit bleibt“, so Oguibe. Es soll nun in Verhandlungen eine Einigung über den Kaufpreis erzielt werden. Dem Vernehmen nach bietet der Künstler den Obelisken zu dem Preis an, der für Giuseppes Penones Bronzebaum gezahlt wurde. Dies waren 535.000,- €, die von Sponsoren aufgebracht wurden.

Hier die Erklärung von Olu Oguibe:

Da so viele Freunde hier den Obelisk in Kassel so unterstützt haben, möchte ich mitteilen, dass ich gerade eine weitere Mitteilung des Vertreters der Stadt erhalten habe, die besagt, dass die Entscheidung, die Arbeit zu entfernen, das Ergebnis eines Missverständnis war. Wie die Dinge stehen, gibt es mehr Hoffnung, dass die Arbeit bleibt, bis wir alle Möglichkeiten erforscht und ausgeschöpft haben, um es der Stadt zu ermöglichen. Es gibt natürlich noch kein Angebot, aber die Zeit ist wertvoller als ein Angebot. Danke für ihre Unterstützung.
9.29.17