Kasseler Kulturszene sorgt sich um documenta – Kulenkampff soll Geschäftsführerin bleiben

In einem offenen Brief haben 16 Vertreter Kasseler Kulturinstitutionen ihre Sorge um den Fortbestand der documenta in Kassel zum Ausdruck gebracht. Sie fordern außerdem, die Geschäftsführerin Annette Kulenkampff nicht zu entlassen, sondern mit der Vorbereitung der documenta 15 zu betrauen. Kritisiert wird die Behandlung der finanziellen Situation durch die verantwortlichen Gremien und die medial produzierte öffentliche Wahrnehmung. Die Unterzeichner sorgen sich insbesondere um die Reputation der documenta. „Wir rufen alle Personen und Institutionen dazu auf, ihrer herausgehobenen Bedeutung für die documenta-Stadt Kassel und für die zeitgenössische Kunst dieser Welt gerecht zu werden.“ Es sei „dringend geboten, dass alle Akteur*innen im Bereich der Kulturpolitik, der bürgerschaftlich engagierten Institutionen und auch die Protagonisten der Medien sich ihrer Verantwortung bewusst werden“ und „dem dramatischen Einbruch der Reputation der documenta als der international bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst entschieden entgegenzutreten.“ Konkret wird gefordert,
„die documenta 2022 als gesichert auszurufen und einen konkreten Termin für deren Ausstellung festzulegen,
die Findungskommission zur Auswahl der zukünftigen Künstlerischen Leitung zu benennen,
einen Zeitplan für die Auswahl derzukünftigen Künstlerischen Leitung auszurufen,
das Management der documenta gGmbH für ihre Aufgabenerfüllung angemessen auszustatten, damit die documenta 2022 auf höchstemkünstlerischen Niveau stattfinden und ihr weltweites Ansehen erhalten bleiben kann,
das Budget der documenta so zu bemessen, dass dessen Zielvorgaben nicht von permanent steigendenBesucherzahlen abhängig werden,
dem Aufsichtsrat der documenta gGmbH Strukturen zu geben, die der künstlerischen Seite mehr Gewicht zumessen und deren Spielräume sichert,
das Management der Geschäftsführung so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen kann.“

Die Erstunterzeichner sind Prof. Joel Baumann, Dr. Friedrich Block, Thomas Bockelmann, documenta forum Kassel, Susanne Jakubczyk, Christine Knüppel, Kulturzentrum Schlachthof, Dr. Axel Knüppel, Kunsttempel, Jutta Lange, Zaki Al-Maboren, Carola Ruf, Volker Schäfer, Martin Sonntag, Caricatura, Frank Thöner, Kulturbahnhof e.V., Eveline Valtink, Gerhard Wissner, Kasseler Dokumentarfilm- und Video-Fest

 

Tagged , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*