Junge Frau in Kassel von Hund gebissen: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Hessen

Nachdem eine 22-Jährige in Kassel-Waldau am Ostersonntag von einem freilaufenden Hund angefallen und an Armen und Beinen schwer verletzt wurde, fordert die Tierrechtsorganisation PETA erneut die Einführung eines Hundeführerscheins in Hessen. Die junge Frau konnte sich nur durch einen Sprung über einen Zaun vor weiteren Angriffe des Tiers schützen. Sie musste von zwei Freundinnen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Hund war nach ersten Erkenntnissen ohne Halter unterwegs. „Viele Halter können ihre Hunde nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Den Hund unbeaufsichtigt herumlaufen zu lassen, war verantwortungslos und sehr gefährlich“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mischling’ ist.“ Der Hundeführerschein sehe vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folge für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis könne sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind, so Hoger. „Als erstes deutsches Bundesland habe Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Nachweislich konnte nach drei Jahren eine Reduzierung von Vorfällen erreicht werden.“ Einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2016 zufolge unterstütze mit 65 Prozent eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Einführung des Sachkundenachweises für Hundehalter. Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin seit dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen. Die Einführung eines Hundeführerscheins habe einen weiteren Vorteil, so die Tierrechtsorganisation: Sie können Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ worden seien.

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One Response to Junge Frau in Kassel von Hund gebissen: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Hessen

  1. contenidos says:

    . und inse Gerdchen (Gerhard Grau ) nehmen wir noch dazu! Gerhard Grau: Ehemaliger Bundesligaspieler von Hertha BSC, Spieler von Hessen Kassel und natrlich dem FC Homberg, wo die Karriere begann. Im heutigen Kicker ein Interview mit ihm ber die alten Zeiten. 🙂 custom writing

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